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Das 17. Jahrhundert, zumindest in seiner ersten Hälfte, wird noch weitestgehend von der Schlitzmode der Landsknechte beeinflusst. Der 30jährige Krieg lässt vor allen Dingen in der Männermode das Lockere und Verwegene zum Idealbild werden. Dieser nonchalante Stil findet seine beste Ausprägung in England. Hinzu kommt noch auf dem europäischen Festland die Vorliebe für die Musketierkleidung der französischen Haudegen So wie die Revolution in Politik, Weltanschauung und Literatur schon lange vor dem eigentlichen Umsturz erste Anzeichen zeigte, so konnte man auch Versuche zu einer Reform der Tracht im letzten Quartal des 18. Jh. bemerken. Es war der englische Landadel, der ein „bürgerliches“ Kostüm geschaffen hatte. Einfache Schnitte, bequeme Tragweite und zweckmäßige Stoffe erobern die Welt. Die so genannte „Werthertracht" wurde durch Goethe nicht nur in die Literatur eingeführt, sie wurde gesellschaftsfähig, aus dem Justaucorps (knielanger Herrenrock) wurde allmählich der Frack. Dazu trug der Herr eine enge, kurze Weste und die Culotte (Kniebundhose), Stulpenstiefel oder Absatzschuhe, sowie einen breitkrempiger Zylinderhut, einen Dreispitz oder Topper. In der Damenmode konnte man auch die Vorliebe für den bequemen Schnitt erkennen. Über dem weiten, knöchel- oder bodenlangen Rock trug die Bürgerin ein Caraco-Jäckchen mit Schößchen und kurzem oder langen Arm. Das Decolletté wurde durch das Fichu (Brusttuch) bedeckt, die nackten Unterarme durch Ärmelrüschen. Schürze oder Zierschürze, Haube und Hut oder nur Strohhut gehörten unbedingt zur Ausgehtracht dazu. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen immer die unteren Schichten die Mode des Adels kopierten, zeigten nun die Damen des Adels großes Interesse an dem Caraco-Jäckchen und übernahmen es. In der folgenden Epoche, dem Rokoko, wird die noch etwas weite Culotte enger, die Weste körpernah und kürzer, und das Justaucorps erfährt je nach Träger und Bedarf entsprechende Veränderungen. Der pomphaften Entwicklung der Herrenmode des Barock und Rokoko kann es die Frau, jedoch in durchaus selbständiger Weise, gleichtun. Auch sie erscheint in einem reichen, überaus stattlich und großartig wirkenden Kleide, dessen Hauptformen bereits um 1680 ausgebildet waren. Der in dieser Zeit entwickelte Stecker, ein unter das Mieder zu schiebendes oder in das Mieder einzunähendes - dann allerdings kostbar verbrämtes - Holz- oder Hartkartondreieck, sollte charakteristisch für das höfische Damenkleid des 18. Jahrhunderts bleiben. Die vorherrschenden Materialien für die Herren- und Damenbekleidung waren vom 15. bis zum 18. Jahrhundert Samt und Seide, verziert mit Spitzen, Perlen und anderen Kostbarkeiten.
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